Prof. Dr. Lars Ribbe

  • Geschäftsführender Direktor des Instituts für Technologie und Ressourcenmanagement in den Tropen und Subtropen (ITT) der TH Köln © Axel Schulten
    Geschäftsführender Direktor des Instituts für Technologie und Ressourcenmanagement in den Tropen und Subtropen (ITT) der TH Köln © Axel Schulten
05.2017

Ein Interview mit Prof. Dr. Lars Ribbe, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Technologie- und Ressourcenmanagement in den Tropen und Subtropen (ITT) der TH Köln. Prof. Ribbe erklärt warum ein Studiengang des Instituts weltweit den Umgang mit Wasser beeinflussen kann und verrät uns seine persönliche Lieblingswasserstelle in Köln.

CCB: „Alles im Fluss – Lebensader Wasser“ lautet der Titel des Themenjahrs 2017 der Kölner Wissenschaftsrunde, dessen wissenschaftlicher Mentor Sie sind. Was verbirgt sich dahinter?

Prof. Dr. Ribbe: Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Darum müssen wir uns wissenschaftlich mit diesem Thema auseinandersetzen – etwa mit der Frage, wie viel Wasser es in einer Region gibt, welche Qualität es hat und wie es für Landwirtschaft, Industrie, häusliche Versorgung und die Natur zur Verfügung steht. Im Themenjahr werden wir verschiedene Kölner Initiativen in Vorträgen und Ausstellungen vorstellen. Darüber hinaus können die Kölner an Exkursionen teilnehmen und so einen Einblick in die Forschung erhalten. Zudem organisieren wir über das ITT eine Fachkonferenz „Water Security and Climate Change“ mit Wissenschaftlern aus der ganzen Welt.

Sie sind Direktor des ITT. Womit beschäftigen Sie sich konkret?

Das ITT erforscht die natürlichen Ressourcen als Grundlage für die Entwicklung der Gesellschaft und Wirtschaft. Unser Ziel: Wir wollen den politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern Informationen, Wissen und Werkzeuge an die Hand geben, damit sie nachhaltig mit den Ressourcen umgehen können. In Vietnam untersuchen wir beispielsweise die Versalzung von Flüssen. Die starke Nutzung der Wasserressourcen führt dazu, dass die Flüsse weniger Wasser führen. Zugleich steigt der Meeresspiegel. Dadurch dringt Salzwasser in die Flüsse ein. Dieser Prozess führt zu großen Problemen, unter anderem in der Landwirtschaft - nicht nur in Vietnam, sondern in vielen Gebieten weltweit. Wir haben erforscht, wie man die sogenannte Salzwasserintrusion durch technische Maßnahmen und ein besseres Wasserressourcenmanagement verhindern kann.

Ein Studiengang in Köln trägt also dazu bei, dass der Umgang mit Wasser in der Welt besser gestaltet werden kann?

Ja, wir am ITT vermitteln in drei Masterstudiengängen Wissen, das in vielen Regionen der Welt angewandt wird. Zwei Drittel unserer Studierenden kommen aus dem Ausland. Der interkulturelle Austausch ist von erheblichem Vorteil, denn er bringt die Alltagserfahrung aus vielen unterschiedlichen Regionen nach Köln. Umgekehrt haben unsere deutschen Studierenden die Möglichkeit, mindestens eine unserer internationalen Partnerhochschulen kennenzulernen und für ihre Masterarbeit vor Ort zu sein.

In der Kölner Wissenschaftsrunde arbeiten Kölner Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen zusammen. Auch für Ihre Forschung ist der interdisziplinäre Blick entscheidend, warum?

Ressourcenmanagement ist ein komplexes Thema. Wir müssen die natürlichen und die sozialen Systeme verstehen, um Lösungen für vorhandene Probleme zu finden. Dafür sind Natur-, Ingenieur-, und Sozialwissenschaften gleichermaßen relevant. Eine einzelne Einrichtung kann niemals das ganze Wissen bereitstellen, um adäquat an diese Herausforderungen heranzugehen. Darum arbeiten wir mit vielen Institutionen im Kölner Raum, in Deutschland, aber auch international zusammen. Zeitgleich brauchen wir Partner vor Ort, die die Probleme kennen und später die Lösungen umsetzen; wir binden sie von Beginn der Forschung bis zum Endergebnis ein.

Sie forschen seit über 15 Jahren über den Umgang mit Wasser. Verraten Sie uns Ihre liebste „Wasserstelle“ in Köln?

Meine Lieblingswasserstelle ist direkt am Rhein gegenüber vom Dom. Neben dem schönen Blick auf unsere Stadt, sieht man auch, wie die bebaute und die natürliche Umwelt ineinander greifen – manchmal auch konfliktgeladen. Dieser Bereich mit der Freitreppe ist aber ein schönes Beispiel, wie Wasser und Stadt harmonisch zueinander stehen können.

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