Sven-Oliver Pink

  • Sven Oliver Pink © Axel Schulten
    © Axel Schulten
05.2018

Von der Kindergartentasche über die Workbag bis zur kreisrunden Handbag beliefern die 211 Mitarbeiter von FOND OF mittlerweile über 35 Länder weltweit. 2017 hat das Kölner Unternehmen den „Deutschen Gründerpreis“ in der Kategorie „Aufsteiger“ abgeräumt! Das Erfolgsrezept erklärt uns Sven-Oliver Pink, einer der vier Gründer von FOND OF.

Der Deutsche Gründerpreis ist die bedeutendste Auszeichnung für herausragende Unternehmer in Deutschland. FOND OF hat sich als klarer und preisgekrönter „Aufsteiger“ im Jahr 2017 behaupten können. Hat Ihnen der Gewinn des deutschen Gründerpreises auf dem Weg zu einem international erfolgreichen Marken-Unternehmen geholfen?

Der deutsche Gründerpreis ist ja eine Wertschätzung dafür, dass wir unser Unternehmen beginnend mit der Schultaschenmarke ergobag aufgebaut haben. Wir profitieren natürlich von solchen Initiativen. Allein die Vorbereitung, die Präsentation und das Feedback der Jury ... das hat natürlich unseren Horizont immer wieder erweitert. Das Wichtigste ist ja ins Gespräch zu kommen mit anderen jungen Unternehmen. Gerade bei „Neues Unternehmertum Köln“ oder dem „Deutschen Gründerpreis“ gab es viele qualitativ gute Gespräche.

Sie haben noch mehr Preise gewonnen. 2016 wurde FOND OF mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Was tun Sie 2018 für mehr Verantwortung?

Unser wichtigstes Ziel ist Transparenz, dass wir sagen, wo wir nachhaltig sind und wo nicht. Bis Ende des Jahres möchten wir zudem das erste komplett „bluesign-zertifzierte“ Produkt aus unserem Portfolio auf den Markt gebracht haben. Der bluesign- Standard orientiert sich weltweit an Verbraucher- und Umweltschutzstandards und deckt die fünf Aspekte Konsumentenschutz, Abwasser, Abluft, Arbeitssicherheit und Ressourcenproduktivität ab. Es ist eine riesen Herausforderung diesen Standards zu entsprechen: Hinter einem Rucksack stehen 120 Zulieferer. Es hinzubekommen, dass alle Zulieferer zusammenarbeiten und ein Produkt machen, das diesem Standard entspricht, ist sehr komplex. Wir werden das bei unserer jüngsten Marke AFFENZAHN schaffen.

Das haben mittlerweile auch andere Unternehmen und Wettbewerber erkannt, oder?

Dass wir so nebenbei auch Druck auf andere Unternehmen ausüben, die dann das Thema Verantwortung ernster nehmen, das feiern wir! Je höher der Druck ist, desto früher werden sich die Standards ändern.

Wie gehen Sie im Unternehmen miteinander um, stimmt es, dass Sie zusammen mit Ihren Mitarbeitern verreisen?

Was unsere Mitarbeiter-Philosophie betrifft, bin ich mir sicher: Niemand wird dadurch glücklich, dass er einen Urlaub geschenkt bekommt, umsonst Obst isst oder Sport macht, auch wenn wir das alles anbieten ... Ich gehe erst dann glücklich nach Hause, wenn ich ein Erfolgserlebnis hatte, eine gute Präsentation gehalten habe, einen Kunden gewonnen habe ... Wir möchten auf Augenhöhe mit unseren Mitarbeitern umgehen. Im September werden wir mit 250 Mann gemeinsam auf einem Schiff segeln. In dem Fall ist es uns als Gründer wichtig, etwas zu entwickeln, was man nicht mit Geld kaufen kann. Ähnlich wie unsere Vietnam-Reise vor einigen Jahren ... Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht.

„FOND OF“ bedeutet übersetzt „begeistert sein von“. Was begeistert Sie an Köln?

Früher habe ich mich immer gewundert, wenn die Leute gesagt haben, die Rheinländer sind so offen ... Wenn man hier aufwächst, merkt man das nicht. Aber als ich nach drei Jahren Berlin nach Köln zurückgekommen bin, habe ich den Unterschied erlebt. Deshalb würde ich schon sagen, dass ich die Offenheit und die Kontaktfreude extrem wertschätze. Auch für uns als Unternehmen. Das spürt man an den Kollegen, die für uns hierhin ziehen – aus Süddeutschland oder aus dem Ausland. Es war noch nie ein Problem, dass Leute nach Köln ziehen. Adidas in Herzogenaurach hat Schwierigkeiten die Kreativen dahin zu bekommen ... Das haben wir überhaupt nicht – die Leute kommen gerne nach Köln. Und docken auch hier sofort an! Diese Offenheit und Herzlichkeit, die Art den Alltag zu leben, das ist schön und davon profitieren wir auch als Unternehmen.