Künstliche Intelligenz - Projekte der TH Köln

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08.07.2021

Künstliche Intelligenz (KI) wird immer wichtiger in unserer Gesellschaft sowie in verschiedenen Bereichen unseres Lebens. Die Technische Hochschule Köln arbeitet derzeit an zwei verschiedenen Projekten mit künstlicher Intelligenz. Mit der Ruhr-Universität Bochum arbeitet sie daran, wie künstliche Intelligenz verständlicher gemacht werden kann. In Kooperation mit der DB Systel GmbH, der IT-Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn, entwickelt die Hochschule des Weiteren ein sozioempathisches Gesprächssystem für Dienstleitungen.

Die TH Köln untersucht gemeinsam mit der Ruhr-Universität Bochum, wie künstliche Intelligenz verständlicher und transparenter gemacht werden kann. Das Projekt „(RL)3 Repräsentations-, Reinforcement- und Regel-Lernen“ wird im Rahmen des Graduiertenkollegs „Data-NInJa“ vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW gefördert. Die Data-NInJA NRW, bestehend aus jungen Forschern, widmet sich Forschungsthemen rund um künstliche Intelligenz und Maschinellem Lernen.

Prof. Dr. Wolfgang Konen vom Institut für Informatik der TH Köln erklärt: „Künstliche Intelligenz kann viel, aber es mangelt ihr noch an Transparenz, da nicht sichtbar ist, was sie dazu bringt, eine bestimmte Handlung auszuführen. Das möchten wir ändern, indem wir sie erklärbarer und dadurch auch vertrauenswürdiger machen“. Mit Prof. Dr. Laurenz Wiskott vom Institut für Neuroinformatik der Ruhr-Universität Bochum betreut Konen zwei Doktoranden, welche sich mit dem Repräsentations-Lernen beschäftigen. Repräsentationen sind sehr wichtig um analysieren zu können, wie ein Algorithmus auf verschiedene Szenarien reagiert. Entscheidend dafür ist, dass die relevanten Informationen aus den Daten gut ablesbar sind, damit ein Algorithmus auch daraus lernen kann.

TH Köln und Deutsche Bahn entwickeln Dialogsystem mit Künstlicher Intelligenz

Die TH Köln und die IT-Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn entwickeln gemeinsam ein Dialogsystem mithilfe von künstlicher Intelligenz. Das Projekt „Sozioempathische Künstliche Intelligenz basierte Dialoge“, kurz „SKILLED“, wird mit rund drei Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und hat eine Laufzeit von viereinhalb Jahren. Prof. Dr. Anja Richter vom Cologne Cabots-Lab der TH Köln erklärt: „Kommunikation auf Augenhöhe erfordert Äußerungen, die sich aufeinander beziehen, so wie sie in Dialogen zwischen Menschen stattfinden. Kommerzielle Sprachsysteme wie Alexa und Siri verstehen bisher nur Befehle und einfache Anfragen. Aktiv zuhören und Wertschätzung vermitteln können sie nicht“. Ziel des Forschungsprojektes ist es, eine sozioempathische, multilinguale „Conversation Al“ zu entwickeln, welche serviceorientiert weiterhilft. Aus einem Vorgängerprojekt wurde das bereits bestehende System der Deutschen Bahn „SEMMI“ mit Hilfe eines Roboterkopfs am Hauptbahnhof Berlin und der Tokiyo Station getestet. SEMMI soll vor allem hinsichtlich sozioempathischer Eigenschaften weiterentwickelt werden.

Kurs zu Data Literacy (DaLI) auf dem KI Campus

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ermöglicht mit der von ihm geförderten Plattform KI-Campus den Zugang zu digitalen Lernangeboten zum Thema Künstliche Intelligenz. Die TH Köln konnte mit ihrem Projekt „Data Literacy – Datenkompetenzen“ (DaLI) einen zweiten Ideenwettbewerb gewinnen und erhält jetzt eine Förderung von rund 90.000 Euro, um bis Februar 2022 Inhalte für den KI-Campus zu entwickeln. Das DaLI-Projektteam erstellt einen „Data Literacy“-Basiskurs und einen darauf aufbauenden Data Mining Kurs, der in die Algorithmen der Künstlichen Intelligenz zur Weiterverarbeitung von Daten einführt. Erste digitale Formate werden schon 2021 zur Unterstützung der Lehre an der TH Köln eingesetzt, perspektivisch ist der Einsatz aller Kurse an der TH Köln geplant, unter anderem im Rahmen des DaLI-Programms.