Universität zu Köln: Wissenschaftsstandort erhält Förderung für vier Exzellenzcluster

  • Das gute Abschneiden bei den Exzellenzcluster-Förderungen ist eine wichtige Hürde für eine erfolgreiche Bewerbung in der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern – die Uni Köln hat 2019 die Chance, den Elitetitel erneut zu erhalten © Axel Schulten, KölnTourismus GmbH
    Das gute Abschneiden bei den Exzellenzcluster-Förderungen ist eine wichtige Hürde für eine erfolgreiche Bewerbung in der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern – die Uni Köln hat 2019 die Chance, den Elitetitel erneut zu erhalten © Axel Schulten, KölnTourismus GmbH
02.10.2018

Am 28. September gaben die Deutsche Forschungsgesellschaft und der Wissenschaftsrat bekannt, welche Exzellenzcluster gefördert werden: Alle vier eingereichten Anträge der Universität zu Köln (Uni Köln) waren erfolgreich. Die Uni hat somit eine wichtige Hürde genommen: Die Förderung von mindestens zwei Exzellenzclustern bildet die Grundlage für das Bewerbungsverfahren um die Exzellenzuniversitäten, die 2019 bekannt gegeben werden.

Die insgesamt 57 ausgewählten Projekte an 34 Hochschulen werden jährlich mit 385 Millionen Euro gefördert. Mit der Exzellenzstrategie wollen Bund und Länder den Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig stärken und seine internationale Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessern. Die Mittel werden zu 75 Prozent vom Bund und zu 25 Prozent von den Ländern bereitgestellt. Die Exzellenzcluster der Uni Köln sind:

CECAD – Exzellenzcluster für Alternsforschung

Der demographische Wandel und die alternde Bevölkerung stellen unsere Gesellschaft durch steigende Gesundheitskosten vor große Herausforderungen. Das erneut erfolgreiche Exzellenzcluster CECAD für Alternsforschung untersucht die biologischen und medizinischen Grundlagen des Alterungsprozesses und sucht nach Möglichkeiten, um neue Strategien und Therapien im Kampf gegen altersassoziierte Erkrankungen zu finden. Zukünftig soll in der Forschung die Interaktion zwischen Organen eine größere Rolle spielen: Wie kommunizieren Leber und Gehirn oder Herz und Muskeln miteinander?

Der Exzellenzcluster für Alternsforschung ist ein Projekt der Uni Köln, der Uniklinik Köln, den beiden Max-Planck-Instituten für Stoffwechselforschung und für Biologie des Alterns sowie dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Die Uni Köln ist Sprecheruniversität.

CEPLAS - Exzellenzcluster für Pflanzenwissenschaften – SMARTe Pflanzen für die Anforderungen von morgen

Der steigende Bedarf an Nahrungsmitteln sowie der Klimawandel stellen eine enorme Herausforderung für die nachhaltige Nahrungsproduktion und den Erhalt der Ökosysteme dar. Das Ziel der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Exzellenzcluster CEPLAS für Pflanzenwissenschaften ist es, Nutzpflanzen so entwickeln und züchten zu können, dass diese vorhersagbar auf künftige Herausforderungen reagieren und zur Ernährungssicherung beitragen. Das Exzellenzcluster CEPLAS untersucht daher, wie sich Pflanzen an veränderte Umweltbedingungen anpassen, wie sie fast jeden Lebensraum der Erde besiedeln können und wie diese Erkenntnisse für die Landwirtschaft von Nutzen sein können.

Das Exzellenzcluster CEPLAS ist ein gemeinsames Projekt der Uni Köln mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf als Sprecherhochschule, dem Max-Planck-Institut für Pflanzen-züchtungsforschung und dem Forschungszentrum Jülich.

Exzellenzcluster ECONtribute: Märkte & Public Policy

In dem neuen wirtschaftswissenschaftlichen Exzellenzcluster ECONtribute der Uni Köln und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn geht es um die Erforschung von Märkten im Spannungsfeld von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft („Public Policy“). Das Ziel der am Cluster beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist die Erforschung von Märkten und die Entwicklung eines neuen Paradigmas zur Analyse von Marktversagen, das über die traditionellen Ansätze hinausgeht und den aktuellen politischen, sozialen und technologischen Herausforderungen Rechnung trägt.
Gesamtgesellschaftliche Anliegen wie Fairness, soziale Mobilität und die Übernahme sozialer Verantwortung sollen bei der Marktgestaltung Berücksichtigung finden. Diese Ziele sollen in systematischer Weise in die Analyse von Anreizen, Marktmechanismen und politischen Entscheidungsverfahren integriert werden.

Das Cluster ECONtribute begegnet den neuen Herausforderungen der Märkte unter dem Dach des im vergangenen Jahr durch beide Universitäten gegründeten Reinhard Selten Instituts. Es ist das einzige wirtschaftswissenschaftliche Cluster.  

Exzellenzcluster Materie und Licht für Quanteninformation (ML4Q)

Das neue Exzellenzcluster verfolgt das Ziel, neue Computer- und Netzwerkarchitekturen zu schaffen, die auf den Prinzipien der Quantenmechanik beruhen. In Quantenrechnern werden extrem schnelle Prozessoren modular realisiert und miteinander vernetzt. Diese neue Generation von Computern könnte zur Lösung unterschiedlicher Zukunftsherausforderungen beitragen, beispielsweise zur Entwicklung neuer Werkstoffe und Pharmazeutika, der Gewährleistung sicherer Kommunikation oder der Herstellung umweltschonender Düngemittel. Dabei würden Quantencomputer über Rechen- und Netzwerkleistungen weit jenseits existierender Technologien verfügen. Die Forschung und Entwicklung im Bereich der Quantencomputer hat in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte erzielt, aber bedeutende Anwendungen dieser Technologie sind noch Zukunftsmusik.

Das Exzellenzcluster Materie und Licht für Quanteninformation ist ein Verbundprojekt mit der Uni Köln, der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und dem Forschungszentrum Jülich. Hauptantragstellerin ist die Uni Köln.

Schon 2012 ist die Uni Köln erfolgreich im Rahmen der Exzellenzinitiative gewesen. Eine erneute erfolgreiche Bewerbung würde das Renommee der Hochschule weiter unterstreichen und den Wissenschaftsstandort Köln stärken. Lesen Sie außerdem das Interview mit Dr. Patrick Honecker, Dezernent für Kommunikation und Marketing der Uni Köln über die Auswirkungen der Digitalisierung und das Flaggschiff der Wissenslandschaft.