Mehr als neun Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Chronischen Nierenerkrankung (CKD). Viele Betroffene tragen ein erhöhtes Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zahlreiche werden im Verlauf dialysepflichtig, rund 7.000 warten derzeit auf eine Spenderniere. Vor diesem Hintergrund haben die Universitätsklinika Köln, Aachen und Düsseldorf das Center of Excellence in Nephrology (CEN) gegründet.
Zur feierlichen Eröffnung am 23. Juni 2026 betonte NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes: „Mit dem Center of Excellence in Nephrology bündeln die Universitätsklinika Köln, Aachen und Düsseldorf ihre Forschungskompetenz und stellen ihre Erkenntnisse allen Erkrankten zur Verfügung. Spitzenforschung und exzellente Patientenversorgung greifen nahtlos ineinander.“
Das CEN vernetzt die nephrologische Expertise der drei Standorte – von molekularen Krankheitsmechanismen über Präzisionsmedizin und translationale Forschung bis hin zu innovativen Studienplattformen und datenbasierten Versorgungsstrukturen. Patient*innen bleiben an ihren jeweiligen Kliniken angebunden, profitieren jedoch von gemeinsamen Studienangeboten und einer standortübergreifenden Dateninfrastruktur.
Univ.-Prof. Dr. Thomas Benzing, Direktor der Klinik II für Innere Medizin an der Uniklinik Köln, spricht von einer „stummen Epidemie“ und plädiert für frühzeitige Screening-Programme. Auch Univ.-Prof. Dr. Dr. Rafael Kramann (RWTH Aachen) und Univ.-Prof. Dr. Roman-Ulrich Müller (Düsseldorf) sehen im Verbund neue Möglichkeiten, komplexe Krankheitsursachen besser zu verstehen und gezielte Therapien zu entwickeln. Ziel ist es, für möglichst viele Erkrankte passende klinische Studien zu erschließen.
Mit dem CEN entsteht in Nordrhein-Westfalen eine koordinierte Exzellenzstruktur in der Nephrologie, die Forschung, Transplantationsmedizin und Altersmedizin enger verzahnt und die Hochschulmedizin im Land strategisch stärkt.
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