Am Standort Köln des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat der Bau eines zentralen europäischen Knotenpunkts für sichere Satellitenkommunikation begonnen. Der sogenannte GOVSATCOM-Hub (Governmental Satellite Communications) wird künftig sensible Kommunikationsdienste für Behörden, Sicherheitsorgane und Einsatzkräfte koordinieren und bündeln.
DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla betonte beim Spatenstich die strategische Dimension des Projekts: „In Zeiten von Krisen und Wandel muss sich Europa auf Kommunikationssysteme verlassen können, die auch bei gestörten terrestrischen Netzen funktionsfähig bleiben. GOVSATCOM ist weit mehr als ein technisches Programm – es ist eine strategische Investition in die Resilienz und die Zukunft Europas.“ Dass einer von zwei zentralen EU-Knotenpunkten beim DLR in Köln entstehe, unterstreiche die Rolle des Standorts beim Aufbau einer souveränen europäischen Weltraum-Infrastruktur. Auch der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Stéphane Beemelmans hob hervor, das DLR übernehme mit der Ansiedlung Verantwortung für strategische Raumfahrtprojekte.
Der Hub ist Teil der EU-Raumfahrtprogramme GOVSATCOM und IRIS² (Infrastructure for Resilience, Interconnectivity and Security by Satellite). Im neuen Gebäude wird das Prinzip des „Pooling und Sharing“ umgesetzt: Satellitenressourcen werden effizient zwischen Service-Anbietenden und hoheitlichen Nutzenden verschaltet, um sichere Kommunikationsdienste für staatliche und sicherheitskritische Anwendungen bereitzustellen. Behörden und behördliche Hilfsorganisationen bleiben dadurch auch dann handlungsfähig, wenn terrestrische Netze ausfallen oder überlastet sind.
Starke Zusammenarbeit von EU, Bund und Land
Das Projekt basiert auf einer Vereinbarung zwischen dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und dem Land Nordrhein-Westfalen. NRW unterstützt den Aufbau mit bis zu 50 Millionen Euro. Ministerpräsident Hendrik Wüst bezeichnete den Hub als wichtigen Baustein europäischer Handlungsfähigkeit in Krisensituationen. Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, sprach von einem Signal für technologische Souveränität und Resilienz.
Auch auf europäischer Ebene ist das Projekt eng eingebunden. Rodrigo da Costa, Exekutivdirektor der EU-Agentur für das Weltraumprogramm (EUSPA), erklärte: „Indem wir den Betrieb des GOVSATCOM-Hubs erfolgreich sicherstellen, helfen wir dabei, sichere, resiliente und kosteneffiziente Satellitenkommunikation für sicherheits- und schutzkritische Missionen zu ermöglichen.“
Parallel entwickelt die EU mit IRIS² eine Multi-Orbit-Satellitenkonstellation für sichere Konnektivität. Deren Dienste sollen künftig ebenfalls über den Kölner Hub bereitgestellt werden und so die europäische Sicherheits- und Kommunikationsarchitektur weiter stärken.
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